Am Anfang war der Wald. Dann rodete ihn der Mensch zu Feldern, Weiden und einem ertragreichen Garten. Nun geben wir ihn bedacht und behutsam als funktionierendes Ökosystem, als Arboretum, zurück.
Die Grenze zwischen Garten und Wald wird oft zu streng gezogen. In Ilopakka gibt es diese Grenze nicht. Die 1,5 Hektar, die sich um das über hundert Jahre alte Haus erstrecken, sind kein traditioneller, millimetergenau getrimmter Repräsentationspark. Es ist ein lebendiges, atmendes und sich ständig weiterentwickelndes Arboretum – ein Ort, an dem die eigenen Prozesse der Natur sicht-, hör- und riechbar sein dürfen.
Ein historisches Fundament
Im Herzen des Areals pulsiert ein reicher und dokumentierter Artenbestand. Derzeit wachsen auf unserem Grundstück rund 50 verschiedene Gehölzarten. Alte, mächtige Laub- und Nadelbäume, ein historischer Apfelgarten und ein in den 1990er Jahren gepflanzter Eichenhain bilden das Rückgrat des Arboretums.
Ausgewachsene Laubbäume sind nicht nur ein ästhetisches Element; ihre ausladenden Baumkronen bilden ein schützendes Blätterdach über dem Hof. Der von den Blättern gespendete Schatten und die von ihnen verdunstete Feuchtigkeit schaffen ein kühlendes Mikroklima, das man in der Hochsommerhitze leicht zu schätzen weiß.
Die Komposition ist dendrologisch faszinierend, und auf diesem Fundament bauen wir die Geschichte der kommenden Jahrzehnte auf.
Ökologische Renaturierung und das ArbNet-Ziel
Nachhaltigkeit und Ökologie sind in der heutigen Tourismusbranche oft nur noch leere Schlagworte. Wir wollten für unsere Vision einen messbaren und wissenschaftlichen Rahmen. Deshalb entwickeln wir das Gebiet in Richtung der offiziellen Akkreditierung durch das internationale Arboretum-Netzwerk ArbNet.
Der ArbNet-Status bedeutet keinen restriktiven Eingriff in die Entscheidungen der Natur, sondern im Gegenteil deren Verständnis und Unterstützung. Wir nennen dies unsere halbwilde Philosophie. Wir kämpfen nicht gegen die Natur, sondern lenken ihre Entwicklung behutsam. Das ist moderner, transparenter Naturschutz.
Wir unterstützen aktiv die ökologische Renaturierung des Ilopakka-Gebiets: Totholz wird absichtlich an Ort und Stelle belassen, um Insekten und Vögeln Lebensräume zu bieten. Das Unterholz darf dort gedeihen, wo es sich von Natur aus wohlfühlt.
Eine lebendige und sich erneuernde Sammlung
Unser Arboretum ist kein statisches Baummuseum, sondern ein sich ständig weiterentwickelndes Ökosystem. Dank des günstigen Mikroklimas der Region und des reichen Bodens verjüngen sich unsere edlen Laubbäume auf dem Gelände auf natürliche Weise.
Der Eichenhain fungiert als geschützte Kinderstube nicht nur für neue Eichen, sondern auch für Linden, die sich dort erfolgreich aus Samen vermehren können. Es ist zudem faszinierend zu beobachten, wie die Samen von etwas weiter entfernt wachsenden Eschen ihren besten Keimplatz genau im Schatten der Eichen finden.
Die zarte Schicht des Frühlings 2027: Azaleen
Ein Arboretum ist niemals fertig; es ist ein generationsübergreifendes Projekt. Wir setzen den Aufbau der Artenvielfalt und der visuellen Schichtung des Gebiets mit bedachten Schritten fort. In den Jahren 2023–2024 haben wir in Ilopakka die ersten Haselnusssträucher und Walnussbäume, eine Magnolie sowie ein paar Hainbuchen gepflanzt.
Im Frühjahr 2027 ist geplant, in Ilopakka rund ein Dutzend Azaleen zu pflanzen. Sie wurden nicht nur wegen ihrer Robustheit, sondern auch wegen ihrer zarten Ästhetik ausgewählt. Wenn die Azaleen im Schatten alter, borkiger Kiefern erblühen, entsteht ein starker visueller Kontrast. Er bringt eine farbenprächtige Schicht in die grüne Ruhe des kleinen Nadelwäldchens, die den Frühling und Frühsommer hier zu einem wahren Erlebnis macht.
Zukünftige Pläne sehen vor, die Auswirkungen eines wärmer werdenden Klimas und steigender jährlicher Wärmesummen zu nutzen. Auf unserer Liste der zu erprobenden Gehölze stehen zumindest die Rotbuche (Fagus sylvatica), die Edelkastanie (Castanea sativa), die Aprikose (Prunus armeniaca) und exotischere Magnolien.