Bevor Ilopakka irgendetwas anderes war, war es wahrscheinlich eine Schaukel. Nach lokaler Überlieferung war der Hügel, der sich über dem alten Arbeiterviertel von Paarskylä erhebt, ein Treffpunkt für die Dorfjugend – und dort stand eine große hölzerne Schaukel, die eher für eine Menschenmenge als für einen einzelnen Schaukelnden gebaut worden war.
Das Wort „ilo“ bedeutet genau das – Freude; „pakka“ wiederum ist eine Abwandlung des schwedischen Wortes „backe“, was Hügel oder Hang bedeutet. Wenn man die Wörter kombiniert, ist der Name eine direkte Beschreibung: Ilomäki, Freuden-Hügel. Dies ist die beste verfügbare Erklärung für den Ursprung des Namens.
Das Haus des Stationsvorstehers
Die Ursprünge des Blockhauses, das heute diesen Namen trägt, sind besser dokumentiert. Der Stationsvorsteher Arttur Ahola – geborener Halenius – baute es in den Jahren 1912 bis 1913 für seine eigene Familie, da er über seinen Arbeitgeber, die Staatseisenbahnen, keine Mietwohnung finden konnte. Ahola baute nur das Nötigste: eine Stube und eine Kammer. Es war, wie in jener Zeit üblich, eine kleine Kate auf Pachtland ohne Ackerland, eine typische Behausung für die landlose ländliche Arbeiterschaft Finnlands.
Ende der 1910er Jahre zog die Familie Ahola in eine bahneigene Wohnung und vermietete ihr kleines Haus weiter. Zu Beginn der 1920er Jahre erwarb Filemon Fulgentius Kaarlonen vom Gut Paarskylä das Haus – und Ilopakka wurde zu einem Nebengut von Paarskylä.
Das Gut im Tal
Das Gut Paarskylä ist eines der alten Rüstgüter von Perniö – ein Reitergut, das von Steuern befreit war, im Gegenzug für die Ausrüstung eines Reiters für die Krone. Im Laufe der Jahrhunderte gehörten die Adelsfamilien Gyllenhierta und Ramsay sowie Ende des 19. Jahrhunderts die Familie Mannerheim zu seinen Besitzern.
Im Jahr 1866 erbte Hedvig Charlotta „Hélène“ von Julin im Zuge einer Erbteilung der Familie von Julin das Gut Paarskylä in Perniö. Im darauffolgenden Sommer brachte sie ihr drittes Kind, Carl Gustaf Emil Mannerheim – den künftigen Marschall von Finnland – zur Welt.
Hélène behielt Paarskylä bis zu ihrem Tod (23. Januar 1881), was bedeutet, dass das Gut während seiner gesamten Kindheit der eigenen Mutter des Marschalls gehörte. Die lokale Überlieferung besagt, dass der junge Carl Gustaf Zeit in Paarskylä verbrachte und im Hof des Gutes im Tal spielte.
1901 ging das Eigentum an Paarskylä an Filemon Fulgentius Kaarlonen über. Seine Familie besitzt das Anwesen seitdem. Genau dieser Kaarlonen kaufte zwei Jahrzehnte nach der Übernahme des Gutes das kleine Haus des Stationsvorstehers auf dem Hügel und erweiterte es.
Kurzzeitig eine Schule
Die Kaarlonens lebten bis Mitte der 1930er Jahre etwa fünfzehn Jahre lang in Ilopakka, und für einen Teil dieser Zeit fungierte das Haus als Schule. Perniö verfügte über keine ständige weiterführende Schule, als Kaarlonens eigene Kinder ins Schulalter kamen, also gründete er eine private Vorbereitungsschule.
Die Gemeinschaftsschule Perniö (Perniön Yhteiskoulu Oy) war zunächst in einem Bankgebäude untergebracht und ab 1921 dann in seinem eigenen Haus. Im Obergeschoss von Ilopakka befanden sich ein Klassenzimmer und die Wohnung des Lehrers. Die Schule erhielt 1927 ihre offizielle Gründungsgenehmigung und zog 1929 in ein eigens dafür errichtetes Schulgebäude.
Krieg, Reparaturen und neue Eigentümer
Die Besitzverhältnisse änderten sich Mitte der 1930er Jahre erneut, als der Gutsverwalter von Paarskylä, Oskar Mattila, mit seiner Familie in das Haus zog, während die Kaarlonens in das eigentliche Hauptgebäude des Gutes zurückkehrten.
Mattila war es, der das Gebäude in etwa auf seine heutige Form erweiterte. Während Mattilas Zeit war das Haus für seinen sorgfältig gepflegten Garten und seine Sandwege bekannt. Während der Kriege der 1940er Jahre bot es auch karelischen Evakuierten Schutz. Oskars Sohn Eino Mattila setzte die Reparaturarbeiten bis in die 1960er Jahre fort.
Eingeschrieben ins nationale Gedächtnis
Die finnische Denkmalschutzbehörde hat die Landgüter und die Kulturlandschaft des Perniönjoki-Tals zusammen mit dem benachbarten Bahnhofsgebiet von Perniö als ein national bedeutsames bauliches Kulturerbe eingestuft. Das Gut Paarskylä, sein altes Bahnhofsdorf und das über ihnen auf dem Hügel gelegene Ilopakka sind sowohl auf dem Papier als auch in den Erinnerungen der Menschen Teil derselben kulturhistorischen Geschichte.
Alles begann an einem Hang, an dem sich das Dorf zum Schaukeln und Verweilen versammelte. Ein Stationsvorsteher baute dort ein Zuhause für seine Familie, weil es keinen anderen Wohnort gab. Eine Grafentochter – die zufällig die Mutter von Finnlands berühmtestem Soldaten war – besaß einst das Gut im Tal. Im Obergeschoss nahm eine Schule ihren Betrieb auf. Evakuierte Familien fanden in den vielen Zimmern des Hauses Schutz. Mehr als ein Jahrhundert später tut Ilopakka im Grunde immer noch das, was es schon immer getan hat: Menschen willkommen heißen.